About FRIDO – aus dem Leben eines Katers, 2011
Vom nach-Silvester-Kater…
3. Januar 2011
Der dritte Tag im neuen Jahr – und bei uns ist alles beim alten! FRIDO sitzt weiterhin tapfer hinter seiner Couch und kommt nur hervor, wenn die Luft rein ist, sprich: wenn keiner daheim ist oder des nächtens, wenn alles im Bett liegt und schnarcht. Dann allerdings inspiziert er wohl sein neues Reich – ich finde Katzenhaare / Katzenstreu fein säuberlich überall auf Pölstern, Tischen, Kästen, Teppichen und Fensterbänken verstreut – das gibt Hoffnung!
Dennoch mache ich mir manchmal Sorgen, ob ich nicht doch an meiner Wahrnehmung zweifeln sollte: Ich bin schließlich die einzige, die behauptet, ein kleiner schwarzer FRIDO würde hier hinter der Couch leben – außer mir hat ihn ja noch keiner wirklich zu Gesicht bekommen – und selbst ich sehe ihn nur hin & wieder aus der Ferne herumschleichen, geduckt mit eingezogenem Schwanz – husch und weg ist er. Aber ich schwöre, es stimmt tatsächlich: Der Silvester-Kater ist überstanden und FRIDO ist noch immer hier. Vorhin hat er sogar unauffällig das kleine Stückchen Lachs weggeputzt, dass ich ihm vor die Couch gelegt habe (ich muß schließlich Beweise sammeln… und FRIDO überzeugen, dass er im Katzenschlaraffenland gelandet ist).
Qigong tut schwarzen Katern gut
4. Januar 2011
Kaum zu glauben, eine kleine Sensation gestern noch: während ich am PC werkle, nimmt FRIDO klammheimlich auf der Couch Platz – der kleine blaue Polster hat´s ihm angetan… ich lass ihn gewähren, kümmere mich nicht groß drum (was eine echte Selbstbeherrschung darstellt, denn am liebsten würd ich mich ja auf ihn stürzen und mal ausgiebig sein schwarzes Fell kraulen – aber ich halte mich eisern zurück!).
Später dann will ich aber auch mal ins Wohnzimmer, ein bißchen Qigong üben. In der Annahme, dass er ohnehin gleich wieder flüchten wird, wenn ich auftauche (und mit dem entsprechend schlechten Gewissen – bin schon gut erzogen:), spaziere ich ins Zimmer. FRIDO bleibt! Ich mache meine Übungen – FRIDO rührt sich nicht von der Stelle! Mit beinahe stoischer Gelassenheit schaut er zu, was ich da so treibe. Ich übe also brav weiter, mit dem Rücken zu ihm – als ich mich dann einmal umdrehe, oh Wunder, FRIDO hat sich zu einem gemütlichen Nickerchen entschlossen, liegt entspannt auf seinem Pölsterchen, Augen zu und schnarch… kann´s noch gar nicht fassen… so ein bißchen Qigong scheint tatsächlich Wunder zu wirken!
Namensvetter
4. Januar 2011
Hab übrigens gerade ein bißchen recherchiert (während FRIDO es sich wieder drüben auf der Couch gemütlich gemacht hat – das wird ja schon zur Gewohnheit): Also, Frido ist ein männlicher Vorname, auch eine Kurzform von Fridolin sowie ein sorbischer Vorname – was sorbisch bedeutet möge bitte jeder selber nachschlagen!
Bekannter Namensvetter ist Frido Mann, Enkel von Thomas Mann und selbst Schriftsteller und Psychologe!!! Mein FRIDO hat also einen interessanten Namensvetter.
Tag 15
6. Januar 2011
FRIDO sitzt hinter der Couch. Gelegentlich höre ich ihn schnarchen…
Tag 16
7. Januar 2011
FRIDO macht Fortschritte: Das ewige hinter-der-Couch-sitzen scheint ihn nun doch ein wenig zu langweilen – höre ihn draussen im Vorraum rumoren (sprich: am Teppich kratzen) und nun steht er grad bei der Zimmertür und wirft mir einen skeptischen Blick zu… ungefähr eine halbe Minute lang, schon ist er wieder abgetaucht…
Bleibe brav am PC sitzen und renn ihm nicht nach, sondern übe mich wieder einmal in Selbstbeherrschung – tu so, als ob nichts wär…
Ja, ja, es stimmt schon, ich fange an mein Leben unmerklich an FRIDO (und seinen etwas seltsamen Bedürfnissen) auszurichten – wenn er grad in der Wohnung rumrennt, verhalte ich mich still & unauffällig, um seine empfindsame Seele nicht zu erschrecken. Ich mache keine laute Musik, ich unterhalte mich mit ihm, auch wenn er derzeit (noch?) keine Antwort gibt, ich fülle ihm zweimal täglich seinen Futternapf, versuche ihn mit Leckerlis zu locken, ich stelle ihm Wasser hin und putze regelmäßig sein Katzenklo – ohne auch nur die geringste Anerkennung dafür zu bekommen… wie ein lieber Freund mir netterweise eben prophezeit hat: FRIDO ist dabei, mich “mittelfristig zu seiner Hausangestellten zu machen”!!!
Vom Zusammenleben
9. Januar 2011
… oder wie ich beim telefonieren mit meiner Freundin D. gerade festgestellt habe: zwischen FRIDO und mir läuft alles bereits wie in einer richtigen Beziehung – wir leben nebeneinander her, jeder geht so seiner Wege, ich (weiblich) kümmere mich um die Organisation des Alltags (putzen, Futterbereitstellung, Einkauf, Geldbeschaffung, soziale Kontakte), FRIDO (männlich) will seine Ruhe, gelegentlich (wenn er ungestört ist) inspiziert er aufmerksam sein Revier, kümmert sich um seine Körperpflege und zieht sich alsdann zurück, um ausgiebige Schläfchen zu halten (schnarcht dabei dezent vor sich hin), geht diversen Kommunikationsversuchen meinerseits konsequent aus dem Weg und signalisiert deutlich: bäh, bleib mir vom Leib, keine Lust auf kuscheln oder gemeinsame Unternehmungen…
… äh ??? so hatte ich mir das ganze aber nicht vorgestellt!!!
trara…
14. Januar 2011
Vierte Woche – und FRIDO hält zu mir nur mehr einen lausigen Sicherheitsabstand von einem Meter… meistens. Gestern ist er sogar ganz leger an mir vorbeigezogen, raus auf den Balkon, um diesen mal in Augenschein zu nehmen. Irgendwann scheint ihm dann wieder eingefallen zu sein, dass er ja eigentlich fürchterliche Angst hat und er ist im Eilzugstempo an mir vorbei hinter die Couch – puh, geschafft, sicher!
Fies wie ich bin, hab ich dann aber mit Katzenwürschterl gewedelt und (die Gier ist ein Schwein!) FRIDO mußte abermals ausrücken – und hat mir doch glatt das halbe Würschterl aus der Hand gefressen – nicht ohne danach (Alarmstufe rot !) wieder flugs hinter die Couch zu flüchten.
Dieses Spielchen spielen wir jetzt gelegentlich – er wagt sich hervor, er bleibt kurz, er flüchtet… mein Gott, was muß ich bloß für eine schreckliche Ausstrahlung haben – das nagt irgendwie schon am Selbstvertrauen – brauch ich bald eine Katzentherapie???
Neue Lage…
19. Januar 2011
… 28 Tage. Neuester Stand: alles beim alten! FRIDO lebt weiterhin hinter seiner Couch. Gelegentlich kommt er hervor, beäugt mich mißtrauisch, verschwindet wieder. Lustig wird´s, wenn er meint, er sei allein daheim, fröhlich herumrennt und dann plötzlich in der Zimmertür steht und feststellen muß, da ist noch einer – zu blöd, also wieder hinter die Couch und abwarten, bis die Luft rein ist.
Nachmittags und abends allerdings, so hat er mittlerweile beschlossen, will er auf der Couch liegen (Stichwort: blaues Pölsterchen) – selbst FRIDOS müssen Abstriche machen.
Von den großen & kleinen Ängsten
23. Januar 2011
Sonntag abend: FRIDO liegt auf der Couch, hält ein dezentes Schläfchen. Nur manchmal, wenn ich unerwartet Lärm mache oder den vorgegebenen Sicherheitsabstand von 1 Meter unterschreite, dann blickt er auf – muß er oder muß er nicht … wieder hinter die Couch flüchten? Dabei hat er heute schon herzallerliebst am Teppich mit einem Kuchenstück gespielt, obwohl ich gleich daneben gesessen bin (den restlichen Kuchen verdrückt) und ihm zugesehen habe. Die leckeren Katzenkäsekracker frißt er mir zur Not auch aus der Hand – um danach allerdings möglichst schnell wieder davon zu rennen, als wär der Teufel hinter ihm her. Was geht bloß in diesem schwarzen Katzen- (pardon: Kater-) Köpfchen vor, dass er sich einbildet, alle seien ihm Feind und er wäre nur hinter der Couch seines Lebens wirklich sicher… so schlechte Erfahrungen mit Menschen, so viel Angst ??? Dabei tut ihm hier keiner was zuleide, er müßte es nur mal ausprobieren…
Wunder…
27. Januar 2011
Manchmal passieren kleine Wunder ganz still & fast unbemerkt… nachdem ich mich in den letzten Tagen unauffällig zentimeterweise an FRIDO herangearbeitet habe, während er auf seinem blauen Pölsterchen ruhte, habe ich es gestern schließlich mit einiger Armverrenkung (Sicherheitsabstand!) geschafft, ihn ein wenig mit der Haarbürste zu striegeln – mit ungeahnten Nebenwirkungen: FRIDO hat heftig geschnurrt!!!
Nachdem er nun also festgestellt hat, dass gebürstet werden doch eine feine Sache ist, durfte ich heute schon näher ranrücken und ihn (ohne weitere Armverrenkungen meinerseits) kräftig rundum bürsten – er ist kulanterweise sogar aufgestanden und hat sich nach allen Seiten hin gedreht, damit ich ihn auch überall schön striegeln kann… bis, ja bis er befunden hat, für heute großzügig genug gewesen zu sein und sich hurtig wieder hinter die Couch verzogen hat.
Gelegentlich taucht er mittlerweile nun auch tagsüber (sogar morgens schon!) auf, spaziert keck drei, vier Schritte umher, überlegt es sich dann anders (Männer!) und rennt wieder davon… that´s life!
King of Couch
2. Februar 2011
Hatte ich schon erwähnt, dass FRIDO sein Domizil hinter der Couch aufgegeben hat? Er residiert neuerdings… auf der Couch – von wo aus er einen guten Überblick über einen großen Teil seines neuen Reviers hat. Hinter die Couch verzieht er sich nur mehr kurzfristig – wenn es denn sein muss – weil wieder irgendwer irgendwie stört, unerwartet Lärm macht, ungebührlich nahe kommt (ohne Voranmeldung) oder sonstwas ungewöhnliches passiert. Man(n) weiß ja nie, im Notfall besser mal kurz auf Rückzug gehen und abwarten, wie sich die Lage entwickelt… Frauchen wird´s schon richten, die kann das halt einfach besser… außerdem kommt sie dann immer mit den leckeren Katzenkäsekrackern daher, wenn ich nur lang genug in meinem Versteck bleibe… So oder so ähnlich scheinen mir FRIDOS Gedankengänge – habe ich da irgendwas falsch gemacht ?
Schnurrrrrr…
5. Februar 2011
… und hatte ich schon erwähnt, dass king FRIDO gerne & kräftig schnurrt – v.a. wenn er gebürstet oder gestreichelt wird??? Das scheint er sehr zu lieben (kommt gleich nach den Katzenkäsekrackern), denn mittlerweile holt er sich seine täglichen Einheiten schon selbständig ab – und er zeigt ziemlich deutlich, dass jetzt wieder FRIDO-time zu sein hat…
Miau!
11. Februar 2011
Allmählich freunden wir uns miteinander an, FRIDO und ich. Er läuft nur mehr ganz selten davon, meist bleibt er tapfer in Position, egal, was ich so treibe. Manchmal wird FRIDO sogar nahezu aufdringlich – wenn ich beim Frühstück sitze zum Beispiel, dann kommt er angewackelt und macht einen auf “armer schwarzer Kater” – bloß um von meinen Frühstücksschinken auch was abzukriegen (da scheut er kein Risiko!). Heute hat er sich auch schon kurz in mein Bett gewagt und sich da mal probeweise zusammengerollt… schien ihm dann aber doch nicht so entspannend und er hat sich wieder getrollt. Spielen, bürsten, streicheln und schmieren gehören mittlerweile aber schon zum täglichen Standardprogramm – miau!
Killer-FRID
18. Februar 2011
FRIDOS Vorlieben? Er killt (Spielzeug)Mäuse, indem er ihnen den Kopf abbeißt… bei mir hat er das (bisher?) glücklicherweise noch nicht probiert, da wirkt er recht vorsichtig und sanft… auch schwarze Kater scheinen zu wissen, dass man die Hand nicht beißen soll, die einen füttert… (hoffentlich!)
Morgengymnastik
19. Februar 2011
Eine weitere Vorliebe FRIDOs: seine rege Beteiligung an meiner Morgengymnastik! Kaum bringe ich mich in Position, ist FRIDO schon da … mir immer eine Zehntelsekunde voraus: da kennt er keine Angst! Egal, wo ich mich gerade hinlegen/setzen/stellen will – FRIDO ist vor mir da! Er liebt es, sich auffällig schnurrend dorthin zu platzieren, wo ich gerade mein Bein ausstrecken will. Oder noch lieber: während ich mich mit Liegestütz quäle, streckt er sich drunter aus, um sich in aller Ruhe zu putzen und zu schniegeln! Ja, das macht Spaß. Vor allem ihm. Meine Morgengymnastik sieht seither ein wenig anders aus – Situps mit Kater am Bauch eben oder Armübung mit eingebauten Katerstreicheleinheiten, Katzenbuckel mit Katze drunter usw. Danke FRIDO, für die tatkräftige Unterstützung!
Sabber-Frid
22. Februar 2011
Besucher mag FRIDO derweil noch immer so ganz & gar nicht. Kaum lässt sich eine/einer blicken – das alte Spiel: husch und weg ist er… abgetaucht hinter der Couch. Dort harrt er wieder mit zäher Ausdauer aus, bis sein Revier endlich besucherfrei ist. Dann spaziert er raus, tut als ob nie nichts gewesen wär und fordert seine Streichel- und Bürsteinheiten ein … und sabbert dabei vor Vergnügen den Teppich, die Couch und mich voll…
In bed with FRIDO
28. Februar 2011
Ja, FRIDO hat seine Ruheplätzchen ausgedehnt – er hat mein Bett entdeckt! Da kann man draufliegen und anderen beim Arbeiten zuschauen, da kann man sich aber auch unter vielen Decken & Pölstern vergraben, wenn man seine Ruhe haben will… und schön kuschelig warm ist es außerdem… und zur Not, wenn mal wieder irgendwas schreckliches zugange ist, kann man (= FRIDO) schnell unters Bett flüchten. Aber das allerbeste ist (denke ich, dass er denkt!), wenn FRIDO sich abends neben mir zusammenrollen und mir beim Lesen Gesellschaft leisten kann – da kriegt er nämlich unaufhörlich Streicheleinheiten ab … und davon kann er gar nicht genug kriegen!
2 Seelen…
9. März 2011
… wohnen, ach, in meiner Brust… mal ist FRIDO ganz schmusig & anschmiegsam, dann wieder rennt er vor mir davon, als wollte ich ihn gerade in den Kochtopf werfen… da soll sich eine/r auskennen mit den (Katzen) Männern…
Peinlich…
13. März 2011
Es ist mir fast peinlich, aber: FRIDO mag McDonalds! Zumindest die fettigen Burger, die von dort kommen. Ich geh ja wirklich nie dorthin, nie nicht, schwöre… das belege ich mit den unregelmäßigen Ausnahmen, in denen es mich (gegen meinen Willen) dorthin treibt. Gestern war es wieder mal soweit – ein unbändiger Hunger hat mich nächtens zu dieser Notlösung gezwungen und ich habe mir (bitte alle mal weghören) bei McDonalds einen richtig üppigen Quatschburger gekauft… zum daheim verschlingen. Dacht ich zumindest. Aber ich habe nicht mit FRIDO gerechnet, der neben mir völlig ausgerastet ist (was ist in diesen Dingern bloß drinnen?). Kaum pack ich den triefenden Riesenburger aus, ist FRIDO (der gerade noch fest geschlafen und kaum ein Auge riskiert hat, als ich ihn beim Heimkommen freundlich begrüße) schon von seinem Schlafpölsterchen gehüpft um sich auf meinen Burger zu stürzen – von dem ich (unter Einsatz meines Lebens) nur Teile noch retten konnte… Zumindest weiß ich jetzt, wie ich FRIDO immer & überall & jederzeit hinter jeder Couch hervorlocken kann: mit Quatschburgern von McDonalds (ob die wohl einen attrativen schwarzen Kater als Werbemodell brauchen können – FRIDO muß sich nicht mal verstellen oder extra angelernt werden?)
Romantisch
20. März 2011
FRIDO mag´s auch mal romantisch: er steht nämlich auf Rosen! Zumindest auf die kleinen gelben, die bei mir am Fensterbrett wachsen wollen. FRIDO pflückt täglich eine und verstreut sie rundum malerisch – sein Beitrag zur unserer Wohnraumgestaltung.
Fortschritte…
22. März 2011
FRIDO hat nun auch seinem blauen Pölsterchen adieu gesagt – und sich endgültig mein Bett erobert! Und das Fensterbrett (wenn die Sonne grad rein scheint und es interessante Dinge draussen zu beobachten gibt). Und meinen Schreibtisch. Und die Tastatur meines Laptop (aber nur, wenn ich grade drauf arbeiten will). Und den Eßtisch (wenn was leckeres herumsteht, das zu verkosten wäre). Und den Schuhschrank (wenn er mal kurz geöffnet ist). Und meinen Taschenkalender (wenn ich grad schnell was eintragen möchte)… vorbei die Zeiten also, als ich noch unbehelligt meine Sachen erledigen konnte (und nur geahnt habe, dass irgendwo in der Wohnung noch ein schwarzer Kater hockt) – heute hockt er bereits auf mir und neben mir und überall dort, wo ich gerade hin will… Ein klassisches Katzenleben eben.
Schnarch!
26. März 2011
Habe ich schon erwähnt, das king FRIDO abgesehen von lauten, heftigen Schnurrgeräuschen noch weitere Laute absondert? Er schnarcht beispielsweise, und das nicht gerade leise! Das lenkt mich schon etwas ab – v.a. wenn ich eigentlich lieber selber schnarchen würde. Und wenn ich seine Wünsche (Streicheln! Bürsten! Futter! Noch mehr Futter!) lange genug ignoriere, dann kommt seltsames blechbüchsenartiges Krächzen aus seiner Kehle – von einem zierlichen “Miau” hat er wohl noch nichts gehört! Werd ihn w..,foirdwhfiuwehnff…. weg da, FRIDO, ich schreibe gerade!!!…. hilfe…jcoidjij – sorry, das war ein astreiner FRIDO-Angriff auf meinen Laptop… grad mit Müh verscheucht… also: Werd den Kerl wohl mal zum Gesangsunterricht schicken müssen, damit er seine Stimme schult – was sollen denn sonst die Nachbarn denken?
Kurzfristige Trennung
11. April 2011
Eine mehrtägige Absenz meinerseits (mußte aus Erholungsgründen dringend die Zehen mal in piranisches Meer tunken) hat Kater FRIDO ohne gröbere Beschwerden gut überstanden – im Gegenteil, seine Wiedersehensfreude hielt sich anfangs eher in Grenzen, so als wollte er anmerken: Ach, du schon wieder, schade, war so fein, mal eine Zeitlang meine Ruhe zu haben… Erst am nächsten Tag dann hat er mir verziehen, das ich nun wieder ständig da bin und ihm auf die Nerven gehe – er nimmt`s hin mit kätzischer Gelassenheit – und schnurrt wie gewohnt.
Überraschung!!!
13. April 2011
Obwohl king FRIDO Besucher in seinem Revier nach wie vor nicht liebt und sich schleunigst hinter die Couch verzieht, sobald einer auftaucht (ein echter Kampfkater!), hat er in letzter Zeit doch kleine Fortschrittchen gemacht: Wenn meine Eltern auf Besuch kommen, läßt er sich nach langem Zureden, vielen Schmeicheleien und noch mehr Leckerlis kurzfristig und ungefähr auf Armlänge hinter seiner Schutzcouch hervorlocken – um nach Beseitigung alles Freßbaren gleich wieder abzutauchen. Letztens hat er glatt bei einem lieben Gast, der hier genächtigt hat, heimlich an den Zehen geschnuppert, die unter der Bettdecke hervorgeragt sind – nur um danach hurtig wieder davon zu düsen. ABER, die größte Überraschung war kürzlich, als eine Dame zwecks diverser Besprechungen kurz hier war: FRIDO kommt ganz ungeniert aus seinem Versteck, pflanzt sich am Teppich auf und schaut interessiert, wer denn da mir mir spricht. Als die Dame sich nähert (natürlich mit Katzenwürschterl in der Hand!), was macht mein verschreckter FRIDO da??? Locker und lässig spaziert er herbei, knabbert ein wenig am Würschterl, schmiert ein wenig an der Hand der Dame – und dann, urplötzlich, besinnt er sich auf seine alte Schreckhaftigkeit, macht kehrt und entschwindet hinter der Couch.
Spieltrieb?
16. April 2011
Nein, ein verspielter Kater ist FRIDO absolut nicht. Wenn ich freudig mit Stoffmäuschen, kleinen Bällen oder anderem katzengerechten Spielzeug winke, schaut er gelangweilt, kommt dann gnädig zu mir her, legt sich nieder und schnurrt kräftig. Dass er mit Bällchen & Mäuschen spielen soll, sieht er überhaupt nicht ein. Wozu Energie verschwenden, die Dinger sind doch eh schon tot?
4 Monate…
23. April 2011
… ist es jetzt her, dass ich diesen verschreckten, scheuen Kater aus dem Tierheim zu mir geholt habe – und FRIDO hat sich prächtig entwickelt. Derzeit sitzt er gerade in aller Seelenruhe neben mir am Fensterbrett und beobachtet das Treiben draussen. Die Ostersonne scheint ihm auf sein glänzend schwarzes Fell und er läßt einen zufriedenen Gähner los. Es scheint ihn nicht wirklich raus zu ziehen, selbst auf den Balkon macht er nur kurze kleine Gastausflüge – und das auch nur, wenn ich dabei bin. Sicher ist sicher. Wir wollen schließlich kein unnötiges Risiko eingehen! Die kleinen kahlen Stellen auf seinen Hinterpfoten, die ihm vom wochenlangen, beinahe regungslosen Verstecken im Tierheimzwinger entstanden sind, wachsen langsam zu und auch von seiner Statur her wirkt er kräftiger… Ich denke, FRIDO hat sich hier nun endlich eingewöhnt.
Kleiner Rabauke
25. April 2011
Eine interessante Eigenart, die ich bei FRIDO beobachte: Wenn er so auf Kreuzzug unterwegs ist und mal nicht genau weiß, wie & was weiter, dann bleibt er stehen – mit verkreuzten Vorderbeinen!! Schaut ziemlich seltsam aus bei einem drahtigen schwarzen Kater, wenn er so rechtes Pfötchen vor linkes tut und ratlos dreinschaut… als wolle er eine Knicks machen…
Man soll sich aber nicht täuschen lassen von seinem harmlosen Getue – ich habe tatsächlich schon einige Kratzer abgefangen von diesem kleinen Rabauken. Wenn ich bei Tisch sitze und mir leckeres Futter gönnen möchte, kommt er unverzüglich vorbei und bettelt, was das Zeug hält. Dabei richtet er sich zu voller Größe auf und hält sich mit seinen kleinen Vorderpfötchen (und ausgefahrenen Riesenkrallen!) in meinem Unterarm fest – natürlich nur, um nicht umzufallen, während er auf seine dringlichen Bedürfnisse aufmerksam macht.
Kommentare
27. April 2011
Ich habe FRIDO übrigens erzählt, dass es auf der ganzen Welt Menschen gibt, die diesen blog lesen (könnten) und dass manche von ihnen nette Kommentare schreiben (könnten). Er hat sich auch ordentlich gefreut darüber und ausgiebig geschnurrt bei diesen Worten… und vermutlich nichts davon verstanden! Nichtsdestotrotz lege ich FRIDO jetzt mal die bahnbrechenden Worte ins Mäulchen: “Weiter so, schreibt weiter eure Kommentare, das zeigt mir, dass selbst kleine schwarze Kater sich in dieser unerhörten Welt Gehör verschaffen können!!!
Tag der Arbeit
1. Mai 2011
… und dass nimmt FRIDO sehr genau. Derzeit liegt er am Fernsterbrett in der Sonne, beim Regen vorhin lag er im Bett unter diversen Decken vergraben. Seine bisherigen Tätigkeiten heute: der Gang zum Futterschüsselchen und ein kurzer Besuch am Katzenklo. Mehr Aktivität würde in Arbeit ausarten, und dass wollen wir am heutigen Tag der Arbeit […]
Raubtier, Hilfe!
20. Mai 2011
Huch, FRIDO ist ein richtiges Raubtier – habe ihn letztens dabei ertappt, wie er sich klammheimlich an eine fette schwarze Fliege herangeschlichen, sie heimtückisch beobachtet und alsdann zielsicher zur Strecke gebracht hat. Die ebenso fette Kollegin, die gleich darauf aufgeregt dahersummte, ereilte das gleiche grausame Schicksal: FRIDO hat sie genüßlich schmatzend verzehrt. Ich hoffe nur, […]
Dank an G.
20. Mai 2011
Meiner lieben Freundin G. soll ich übrigens dankbare Grüße ausrichten: Sie ist die einzige, die immer daran denkt, leckere Katzenmilch für FRIDO mitzubringen – das rechnet er ihr hoch an, soll ich sagen, er wird sie deshalb auch niemals mit seinen kleinen Riesenkrallen verunzieren.
…. sorry, ich muß mal schnell weg, Katzenmilch einkaufen…
Fritzefried…
24. Mai 2011
… ähm, ja, ich gebe zu, FRIDO kriegt manchmal auch andere Namen verpasst – die sich halt so ergeben… Aber egal ob FRIDI, FRITZI oder FRITZEFRIED, FRIDO hört auf jeden Namen, v.a. wenn ich dabei Dosenöffner für Katzentschappi spiele… oder mit seiner Lieblingsbürste winke… dann kommt er in jedem Fall anmarschiert und läßt mit stoischem Gleichmut jeden Namen über sich ergehen (alle übrigen Kosenamen, die noch so in Verwendung stehen, möchte ich hier aber nicht mehr erwähnen – das könnte ihm vielleicht dann doch etwas peinlich sein)
Ein müder Tag
1. Juni 2011
Ich liege im Bett, völlig gerädert, FRIDO liegt am Fensterbrett. Die schwarze Fliege, die – praktisch vor seiner Nase – unablässig gegen die Scheibe brummt, wird heute ignoriert – sehr zu meinem Mißfallen, denn sie stört!
Später dann gibt FRIDO sich großzügig und spielt ein bißchen mit mir. Das heißt, ich wedle so lange mit der komischen Spielzeugmaus an der Angel vor seiner Nase herum, bis er irgendwann gemächlich eine Pfote danach ausfährt – mit gelangweiltem Blick und ohne sich besondere Mühe zu geben – er will mir schließlich bloß einen Gefallen tun, aber das will er halt auch nicht übertreiben! Könnte ja einreissen sonst, diese üble Gewohnheit.
Philosophisches zu später Stund
4. Juni 2011
FRITZEFRIED… äh, FRIDOs neueste Gewohnheiten: Vormittags liegt er am liebsten im Bett (und schläft). Nachmittags liegt er am Fensterbrett (und schläft). Abends und nachts liegt er auf der Couch (nein, nicht mehr am blauen Pölsterchen, das interessiert ihn sowas von überhaupt nicht mehr!) – und schläft. Dazwischen murrt er gelegentlich nach Futter, wenn ich mal zu lange trödle. Hat FRIDO die Schlafkrankheit? Muß ich mir Sorgen machen? Ach was, ich geh jetzt auch schlafen. Gute Nacht!
P.s.:
6. Juni 2011
… manchmal macht FRIDO auch eine Ausnahme – dann kuschelt er sich abends zu mir ins Bett, rollt sich zusammen und schnarcht entspannt vor sich hin… bis ihm mein Rascheln mit den Buchseiten zu lästig wird. Dann trollt er sich und… s. letzter Beitrag!
Nette Menschen
8. Juni 2011
Auch an Besucher hat KLEINFRIED, äh, FRIDO sich schon gewöhnt – solange sie nicht in Massen anstürmen, da verzieht er sich denn doch lieber hinter die Couch (aber er schleicht sich später heimlich hervor und verdrückt sich in ein anderes Zimmer, wo weniger los ist). Ansonsten gibt es Menschen, die ihn bereits streicheln und bürsten dürfen… das haben sie sich allerdings hart erarbeitet – FRIDO ist da äußerst wählerisch, er läßt nicht gleich jeden an sich heran! Andererseits merkt er natürlich, dass hierher nur Menschen kommen, die allesamt ausgesprochen nett sind!!!
Grhhh…
15. Juni 2011
Warum haben Katzen/Kater nur die schreckliche Angewohnheit, ihr Frühstück/Abendessen, wenn es ihnen nicht zusagt, auf Teppiche zu spucken, vornehmlich weiße, schwer zu reinigende??? Und warum glaubt FRIDO, das auch tun zu müssen??? Nur weil er ein Kater ist ??? Und putzen darf dann wieder mal ich…
… nix neues…
18. Juni 2011
FRIDO läßt grüßen – heute gibt es tatsächlich nichts besonderes zu berichten. Ein fauler Tag. FRIDO lümmelt am weißen Teppich rum und wartet auf´s bürsten. Na denn…
Hello again!
30. Juni 2011
Nach einer kleinen Reise an die Nordsee bin ich wieder daheim gelandet. Und obwohl ich ein seeeeehr schlechtes Gewissen FRIDO gegenüber hatte, scheint es ihm nicht schlecht ergangen zu sein – schließlich haben sich mehrere Personen ausgiebigst um ihn gekümmert. Vor allem meinen Vater hat er mit offensichtlich treuherzigem Blick dazu gebracht, ihn ohne Gegenleistung stundenlang zu bürsten – so gesehen hielt sich seine Sehnsucht nach mir vermutlich in Grenzen. Netterweise hat FRIDO mich sofort wieder erkannt und war mir keine Minute böse ob dieser langen Abwesenheit. Er verfolgt mich seither nur auf Schritt und Tritt, maunzt mich an und verlangt Zuwendung ohne Ende.
Mein Bett, dein Bett, unser Bett?
4. Juli 2011
Seit ich wieder da bin, hab ich so meine Probleme mit dem ins-Bett-gehen: FRIDO hat mein Bett nämlich in der Zwischenzeit ganz offensichtlich als seines auserkoren (und zwar ausschließlich!), das heißt er macht sich dort breit und will so gar nicht weichen, wenn ich mich – sachte am Rande – dazu legen will. Gestern mußte ich ihn regelrecht vom Kopfpolster schütteln, was er murrend zur Kenntnis nahm, um sich danach sofort auf der Bettdecke zusammenzurollen. Wir haben also auch noch um die Bettdecke gerangelt – aber ätsch: ich bin stärker und habe gewonnen! Der obere Zipfel der Bettdecke gehört jetzt wieder mir!
ICH BIN WIEDER DA!
2. August 2011
FRIDO läßt grüßen! Nachdem seine (allererste !) Internetseite, auf die er so stolz war, urplötzlich & kommentarlos in den Weiten des Welten Web verschwunden ist – FRIDO ist kein Technikfreak und hatte keine Ahnung, warum ihn das www so unsanft ausgespuckt hat (und ich konnte ihm da leider auch nicht wirklich weiterhelfen) – ist FRIDO wieder da – in alter Frische… und auf seinem Fensterbrett. Ich soll ausrichten, dass es ihm noch immer gut geht bei mir. Und er wird weiterhin aus seinem Leben berichten!
Vom Tarnen & Täuschen
5. August 2011
Während FRIDOs kurzzeitiger Internet-Abstinenz hat sich übrigens sein wahrer Charakter entpuppt: Nix mehr mit armer, kleiner schwarzer Kater – der traut sich nicht mal recht auf den Balkon hinaus, der Ärmste, so dachte ich die längste Zeit voll Mitgefühl – ha, dabei ist der Kerl nur strategisch günstig bei der Balkontür gesessen, um seine Beute besser anvisieren zu können… und eines Tages hat sein perfides Täuschungsmanöver dann auch geklappt: ich höre rumsbumspieps – und: Stille… FRIDO kommt stolz mit einem armen kleinen Piepmatz im Maul bei der Tür hereinspaziert!!!
Ach ja…
11. August 2011
… und FRIDO hat in der Zwischenzeit auch sein Katzenkörbchen entdeckt. Monatelang stand es da, mit einer kuscheligen weißen Decke darin – unberührt und mißachtet. Dann, eines Tages, als wäre es nie anders gewesen, spaziert FRIDO zu seinem Körbchen, steigt hinein und rollt sich zusammen. Seither ist das einer seiner Lieblingsplätze (es ist auch zugleich seine Spielzeugkiste ! – da tummeln sich Mäuse und Bälle und Bürste und Katzenminzestofffleck und FRIDO legt sich ungerührt auf alles drauf und schnarcht zufrieden vor sich hin
Von Männern im allgemeinen…
3. September 2011
Der August war heiss und FRIDO hatte nette Gesellschaft – während ich nämlich im nahen Kärnten weilte und das Getier im, am und rund um den Weissensee beobachten konnte, hat mein lieber Freund GM hier die Stellung gehalten – und FRIDO unterhalten. Die beiden haben sich offenbar gut verstanden, FRIDO zeigte keinerlei Wiedersehensfreude bei meiner Rückkehr, er nahm sie einfach nur gleichmütig zur Kenntnis – aha, eine andere Hand, die mich nun wieder füttert und bürstet, soll mir auch recht sein… so viel zu Treue und Anhänglichkeit von männlichen Geschöpfen im allgemeinen (und schwarzen Katern im Speziellen).
FRIDO – verzweifelt gesucht!
4. September 2011
FRIDO hat sich ein nettes kleines Spiel ausgedacht – er ist abgetaucht! Ich rufe ihn – nichts. Ich schaue überall nach – nichts. Ich winke mit Katzenwürschterl – nichts. Ich verfalle allmählich in tiefste Verzweiflung: wo ist FRIDO? In letzter unsinniger Not öffne ich Waschmaschine, Klodeckel, Kühlschrank, Kleiderschrank… irgendwo muss er ja stecken… da gähnt mir zwischen Wäschebergen ein schwarzes Irgendwas entgegen, reckt sich, streckt sich und entpuppt sich als king FRIDO höchstpersönlich – der sich ein ungestörtes Nickerchen im Kleiderschrank gegönnt hat – gelegentlich will man(n) halt einfach seine Ruhe haben.
Frühmorgens…
9. September 2011
… wenn ich mich genüßlich noch mal umdrehen und eine Runde schlafen will, sitzt FRIDO meist schon quietschvergnügt auf dem Bett – mit wachen Augen und erwartungsvoll hungrigem Blick. Als erstes fängt er unüberhörbar auffällig zu schnurren an. Schwer dabei in Ruhe weiterzuträumen. Wenn ich dennoch nicht auf seine freundliche Aufforderung reagiere, rückt er gefährlich näher, fängt an, an mir herumzutapsen – mit der Pfote über die Nase, dreimal übers Gesicht steigen, mit dem Köpfchen schupsen… wenn ich auch diese dezenten Hinweise nicht verstehe und mich weiterhin unausgeschlafen grunzend unter der Bettdecke verkriechen will, dann wird´s schon eher ungemütlich. FRIDO legt ein Schäuflein nach, zwickt mich in den Finger, setzt sich aufs Gesicht, rollt die Krallen aus und bringt sie bedrohlich nahe, knabbert an jedem Zehen, den er erwischen kann und schnurrt dabei eindeutig lauter und weniger freundlich … solange bis ich mich geschlagen gebe und mühsam aus dem Bett quäle – augenblicklich hellt sich FRIDOS Gemüt wieder auf und er düst voraus – freudestrahlend – zu seinem Futterplatz. Ausschlafen war einmal, FRIDO ist Frühaufsteher!
Jäger ?
15. September 2011
Seinen (wenigen) Pflichten in unserem gemeinsamen Haushalt kommt FRIDO nicht wirklich verläßlich nach – eher nur so nach Lust & Tagesverfassung… Fliegen, Gelsen und Insekten jagen zum Beispiel… auf dass ich von diesen Dingern verschont bleibe. Nichts da, gestern verirrt sich noch eine (letzte?) Gelse in mein Schlafzimmer (die glaubt wohl, sie kann sich hier ihr Winterquartier einrichten!) – FRIDO liegt gemütlich am Bett, blinzelt nicht mal, sondern ignoriert eiskalt den kleinen Blutsauger, der mich quält. Auch die Fliege letztens, die hartnäckig gegen die Fensterscheibe brummte, schien ihm keine Anstrengung wert – wozu auch, FRIDO kriegt ohnehin stets seinen vollen Futternapf serviert. Und wozu hab ich mir dann ein Raubtier ins Haus geholt?
Gewohnheiten
19. September 2011
… kann man (= FRIDO) auch ändern. Was bis gestern noch fixer Bestandteil des Tages war, ist heute passè und vergessen. FRIDO liegt mit Vorliebe im Bett? Im Katzenkörbchen mit der weissen Kuscheldecke? Am Fensterbrett neben meinem Schreibtisch? Nicht mal die Bohne. Das war gestern. Heute ist anderes angesagt: FRIDO liegt wieder auf seinem blauen Pölsterchen, das er monatelang keines Blickes gewürdigt hatte – und zwar rund um die Uhr. Als wäre es nie anders gewesen. Aha.
Aktueller Bericht am Morgen
21. September 2011
Die Neuigkeiten des Tages? FRIDO schläft. Auf seinem blauen Pölsterchen. Was sonst?!
Heute rette ich…
9. Oktober 2011
Heut morgen weckt mich – nein, nicht Fridi, pardon, FRIDO, der Kater, sondern… ein Marienkäferchen! Es hat sich gemütlich unter meiner Bettdecke verkrochen und irgendwann meinen Oberarm gekitzelt – wollte wohl auch schon sein Frühstück haben!? Fridi, pardon, FRIDO und ich beobachten das kleine Ding, dann packe ich es vorsichtig auf ein Blatt Papier und trage es – zum Fensterbrett. Keine Ahnung, wo Marienkäferchen überwintern. Dieses da hat sich offenbar mein, pardon Fridis, pardon, FRIDOs Revier als Unterschlupf ausgesucht. Na, von mir aus… Am Weg ins Bad dann sehe ich FRIDO interessiert die Bodenfliesen studieren… Max, der Weberknecht (er wohnt bei mir im Bad – gleich hinter dem Boiler rechts), hat wohl einen Ausflug gemacht und ist jetzt Fridi, pardon, FRIDO in die Quere gekommen. Heldenmutig rette ich auch Max und trage ihn zurück zu seinem Plätzchen – bevor Fridi, pardon, FRIDO ihn in die Finger, pardon, Krallen kriegt. So fängt mein Sonntag an mit allerlei Abenteuern – und Rettungsaktionen.
Mitbewohner?
10. Oktober 2011
Und abends geht`s gleich weiter mit neuen Mitbewohnern: Jetzt hat sich auch ein Ohrenschlürfer auf den Weg ins Schlafzimmer gemacht – ohne FRIDO oder mich überhaupt zu fragen, ob uns das denn recht sei. Es reicht, meine ich (was FRIDO meint, weiß ich nicht, denn er schläft entspannt auf seinem Pölsterchen und läßt sich von diversen Insekten und Käfern heute nicht beirren). Ich packe also den Ohrenschlürfer und setze ihn kaltblütig am Balkon aus, FRIDO wackelt nicht mal mit den Ohren – ist schließlich nicht sein Job.
bed-time
17. Oktober 2011
Blaues Pölsterchen? Das war gestern. FRIDO ändert seine Gewohnheiten in gewissen, mir nicht logisch erklärbaren Abständen. Während ich bis vor kurzem noch befürchten mußte, FRIDO würde mit seinem Pölsterchen bald verwachsen, so exzessiv und ausschließlich ist er darauf herumgelegen, ist nun bed-time angesagt: FRIDO regiert nur mehr vom Bett aus, von meinem wohlgemerkt! Dabei ist er durchaus flexibel, mal unter der Decke, mal oben auf, gerne auch auf mir, auch mal eine ganze Nacht lang – während ich mich unter der Decke schlaflos drehe und wende, wartet FRIDO großmütig ab, bis ich damit fertig bin und rollt sich sodann wieder gemütlich auf mir zusammen und schnarcht friedlich weiter… Kater müßte man eben sein
Persönliche Entwicklungen
20. Oktober 2011
Wo ist er bloß hin verschwunden, der scheue, schüchterne FRIDO, der einst wochenlang hinter der Couch lebte? Heute ist aus dem harmlosen kleinen Kater ein großes freches Monster geworden. Das sich nicht scheut, auf Tisch und Küchenplatte zu springen, mir dort heimlich Frühstücksschinken oder Hühnerfilet zu klauen… der wie wild durch die Wohnung düst, krächzt und miaut, was das Zeug hält, sich mit halb verhungertem Blick neben die gerade geleerte Futterschüssel setzt und anstandslos meine gesamte Bettdecke in Anspruch nimmt, wenn es ihm passt. Dagegen, wenn king FRIDO seine Ruhe haben will, da fährt die Eisenbahn drüber, wehe dem, der das nicht respektiert. Da wird schon mal gepfaucht und hergetatzelt…schüchtern, ängstlich ?… das war einmal, heute herrscht hier ein wohlgenährter FRIDO selbstbewußt über sein Reich.
Morgensport
21. Oktober 2011
In der Früh, gleich nachdem er sein Frühstück eingenommen hat, hat FRIDO sich entschlossen Morgensport zu betreiben – wahrscheinlich ist ihm klargeworden, dass selbst schwarze Kater auf ihr Figur achten und sich gelegentlich bewegen sollten. Jedenfalls rennt er durch die Wohnung wie ein Wahnsinniger – er ist eher auf Kurzsprints eingestellt – auf die Couch, hinter der Couch vorbei durch die Küche, Schlafzimmer, Arbeitszimmer, ein Päuschen einlegen, verschnaufen und dann gleich nochmals das ganze. Ich versuche ihm dabei möglichst aus dem Weg zu gehen, warte einfach ab, bis FRIDO sein Training beendet hat. Denn dann rollt er sich zufrieden zusammen und kann den Rest des Tages in bester Entspannung genießen – wohl wissend, dass er sein Pflichtproramm für heute erledigt hat.
Spazierentragen
7. November 2011
Lang, lang hat es gebraucht, bis FRIDO, der Kater sich auf den Arm hat nehmen lassen – so ganz geheuer ist es ihm ja bis heute nicht, aber: er läßt es (kurzzeitig) tapfer mit sich geschehen. Ich persönlich liebe es nämlich, das kleine schwarze Fellbündel zu packen, hochzuheben, mir halb auf die Schulter zu hängen… und dann durch die Gegend zu spazieren. Wenn es etwas zu schauen gibt und FRIDO ausreichend abgelenkt ist, hält er diesen Kontrolllverlust sogar eine ganze Weile durch. Bis es ihm schließlich reicht und er wieder festen Boden unter den Füßen will (selbst ist der Kater und man will schließlich unabhängig bleiben)… dann wird er quengelig, zappelt herum und ich setze ihn brav wieder auf der Erde ab.
So richtig verspielt…
8. November 2011
… ist FRIDO ja bis heute nicht. Aber: er hat es sich angewöhnt hin & wieder ein wenig mit mir zu spielen. Offenbar ist die Langeweile manchmal zu groß, so dass er sich denn doch dazu herablässt irgendwelchen Stoffmäusen nachzurennen, die ich durchs Zimmer werfe oder, noch besser, nach dem seltsamen Kugelkopf zu fischen, den ich an einer Angel vor ihm hin & her wirble. Ich gebe zu, ich bin auch lästig genug und quäle ihn so lange mit dem Kugelkopf, bis es ihm zu blöd wird und er ihn sich “unter die Kralle reisst”. Dann liegt er zufrieden darauf herum – und ich trolle mich wieder und geh weiter arbeiten.
Echtes Fell ?
14. November 2011
FRIDO, der sich manchmal auch FRIDI oder FRIDLING oder KÄSLI nennt – keine Ahnung wie er auf derartige Namen kommt – liegt genüßlich am Bett in der Sonne und läßt sein Fell glänzen. Zahlreiche Hinweise meinerseits, dass es heutzutage verpönt sei echtes Fell zu tragen ignoriert FRIDO-FRID komplett – soll er sich denn einen Kunststoffpelz umhängen? Oder womöglich nackt gehen? Nein, FRIDO steht auf echte Katzenhaartracht und die trägt und pflegt er beständig
Berühmte Katzenliebhaber
22. November 2011
FRIDO und ich recherchieren gerade ein wenig – es soll ja außer uns noch zahlreiche andere berühmte Mensch-Katzen-Beziehungen gegeben haben und geben. Ephraim Kishon beispielsweise, der sogar eine Satire (”Die Katze als Wille und Vorstellung”) geschrieben hat – steht ab sofort auf der to-read-Liste zum abhaken. Auch Stephen King soll ein Faible für die kleinen Fellmonster haben, die sich so gut in seinen Horrorgeschichten machen. Die Schriftstellerin Juli Zeh nimmt ihren “Tiger”, den sie als “Diktator im Stofftierkostüm” beschreibt, angeblich sogar auf Reisen mit. Ganz zu schweigen von Erich Kästner, Colette, Romain Rolland, Elke Heidenreich, Margret Atwood, Francois Sagan, Raymond Chandler, Doris Lessing, T.C. Boyle oder anderen wichtigen Menschen, die allesamt immer schon wussten, dass… der Mensch der Katze Untertan ist.
Anleitung zum Kuscheln
1. Dezember 2011
FRIDO will spielen – aber ich kann grad nicht, muß schließlich aus seinem Leben berichten! Aber macht eh nix, FRIDO hat ja sein Schmusekissen, mit dem spielt es sich ganz von selbst. Dieses kleine Stofftäschchen mit einer Baldrianwurzel drin macht FRIDO richtig verrückt. Er wälzt sich darauf herum, packt es sich zwischen die Pfoten, wirft es durch die Gegend, schlappert es hingebungsvoll ab und wacht eifersüchtig darüber, dass ich es ihm nicht in einem unbemerkten Moment wieder wegnehme. Könnte man so ein Ding nicht auch für Menschen erfinden – einmal damit kurz vor der Nase wedeln und schon wird jedes Gegenüber streichelweich und kuschelzart. Und wenn die Wirkung des Kissens nach einiger Zeit nachlässt, so steht in der Beschreibung nachzulesen “können sie diese durch kräftiges Reiben des Kissens wieder aktivieren” – mein Gott, wie wär sowas doch praktisch!!!
Erziehungsversuche
7. Dezember 2011
FRIDO sitzt neben seinem Futternapf und versucht beharrlich mich zu erziehen – nach dem Motto: immer wenn ich hier sitze, heißt das, dass ich Hunger habe und was zum Futtern brauche – und zwar jetzt, sofort und gleich. Nachdem ich mich bisher als eher erziehungsunwilllig herausgestellt habe, hat FRIDO seine liebe Not mit mir. Kaum bewege ich mich in vage Nähe seines Futternapfes, sprintet er los um sich daneben zu plazieren und mir auffordernde, hungrige Blicke zuzuwerfen. Ganz selten nur, nämlich einmal morgens und einmal abends funktioniert sein Plan, ansonsten arbeitet FRIDO noch hart daran, mir klarzumachen, wer hier der Herr im Haus ist und was er gerade für Wünsche hat… ja fix, hat die ne lange Leitung, der muß man ja alles doppelt und dreifach erklären, sehr schwer erziehbar, muss FRIDI sich wohl denken, der arme Kerl…
Jekyll & Hyde
8. Dezember 2011
Die zwei Gesichter meines Lieblingskaters: Kaum taucht ein Besucher bei uns auf, verwandelt sich FRIDO in einen schüchternen, zurückhaltenden Jekyll, guterzogen, ohne Mätzchen, mit großen, sanften Augen. Was für ein liebes Kätzchen, mag sich da so manch einer denken … wehe aber, wenn wir wieder alleine sind – da kommt FRIDO Hyde dann zum Vorschein: eigennützig, nur auf sein Wohl bedacht, grantig, wenn es nicht nach seinem Kopf geht, jammernd, maunzend, wenn er was haben will, pratzelnd und pfauchend, wenn ihm was gegen den Strich geht… und keiner da, der mir das glauben würde.
Revierkämpfe
17. Dezember 2011
FRIDO-Fritz hat seit geraumer Zeit wieder seinen Hauptschlafplatz auf der Couch eingerichtet – diesmal aber am anderen Ende, dort wo ich in meinen seltenen Mußestunden meinen (Gedanken-) schweren Kopf niederlegen möchte. Nun liegt dort aber ein rotes und blaues Pölsterchen und auf denen hat es sich king FRIDO gemütlich gemacht. Meine zaghaften Versuche, ihn von dort zu vertreiben hat er widerwillig zu Kenntnis genommen, nur um sich, kaum dass ich mein müdes Haupt abgelegt habe, sogleich wieder auf seine Pölsterchen zu drängen. Dass hierbei ein Kopf im Weg liegt, ignoriert king FRIDO so gut es geht – legt er sich halt auf Kopf und Pölster drauf, irgendwie wird`s schon gehen, auf jeden Fall ist das SEIN Platz zur Zeit. Das Ergebnis unserer Rangeleien? Ich bin weiter nach unten gerückt und habe mir einen dritten Polster organisiert – immer mit Kater am Kopf zu ruhen ist auf Dauer einfach ungemütlich.
